Fragen und Antworten Zeitarbeit
Wie funktioniert Zeitarbeit?
Eine Zeitarbeitsfirma ist ein Arbeitgeber wie jede andere Firma auch. Der einzige Unterschied:
Sie entsendet ihre Mitarbeiter zum Arbeiten in andere Firmen.
Der Begriff „Leiharbeiter“ klingt in diesem Zusammenhang zwar nicht besonders schön,
ist aber durchaus treffend.
Zeitarbeitnehmer müssen in vielerlei Hinsicht flexibel sein. Sie werden immer wieder in anderen
Unternehmen eingesetzt, um dort auszuhelfen. Die Einsatzzeiten sind unterschiedlich.
Sie liegen zwischen wenigen Wochen und maximal zwei Jahren.
Für wen bietet Zeitarbeit Chancen?
Gerade für Personen, die beispielsweise aufgrund mangelnder Erfahrungen Schwierigkeiten
haben, einen Arbeitsplatz zu finden, ist Zeitarbeit gut geeignet. Dazu gehören beispielsweise Arbeitssuchende, Berufsanfänger, Mütter nach einer Babypause oder Wiedereinsteiger nach
längeren Berufspausen.
Rund 65 Prozent aller in der Zeitarbeit tätigen Männer und Frauen waren vorher ohne
Beschäftigung.
Darüber hinaus kann natürlich jeder andere Arbeitnehmer, der die Abwechslung liebt und gerne die Herausforderung ständig wechselnder Einsatzorte annehmen möchte, bei einer Zeitarbeitsfirma tätig werden.
Auch um weitere Berufserfahrung zu sammeln ist die Zeitarbeit eine Chance.
Wen suchen Zeitarbeitsfirmen?
Es ist ein Irrglaube, dass Zeitarbeitnehmer allenfalls als Putzkräfte oder Erntehelfer eingesetzt
werden. Die Bandbreite der gesuchten Kräfte ist sehr groß. Sie reicht vom ungelernten Arbeitern
über Pflegekräfte bis zu top-qualifizierten Kräften mit einer akademischen Ausbildung
wie Informatikern oder Ärzten.
Hauptsächlich gesucht werden allerdings kaufmännische Angestellte aller Bereiche
sowie Arbeitnehmer aus technischen oder handwerklichen Berufen.
Wie bin ich sozial abgesichert?
Zeitarbeitnehmer haben ein ganz normales Arbeitsverhältnis mit einer Zeitarbeitsfirma.
Dazu gehört ein Arbeitsvertrag, der sämtliche in Deutschland üblichen Rechte und Pflichten
enthält. Zeitarbeitnehmer haben also Anspruch auf Gehalt, Urlaub, Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall usw..
Darüber hinaus gelten auch Regelungen zum Kündigungs- und Mutterschutz.
Steuern und Sozialabgaben werden vom Zeitarbeitsunternehmen abgeführt.
Nachdem sich Zeitarbeitnehmer jahrelang arbeitsrechtlich im Niemandsland bewegten,
gibt es für diese Art der Beschäftigung eigene Tarifverträge.
Wie hoch sind die Gehälter?
Grundsätzlich müssen Leiharbeitnehmer grundsätzlich genauso so viel verdienen wie ein vergleichbarer Mitarbeiter des Einsatzbetriebes. Allerdings kann tarifvertraglich etwas anderes
vereinbart werden.
Auch Zeitarbeitsfirmen schließen inzwischen Tarifverträge mit Gewerkschaften ab.
In der Praxis verdienen Leiharbeitnehmer meistens weniger.
Denn aufgrund der kürzeren Einsatzzeit sind sie nur theoretisch mit den Festangestellten
des Einsatzbetriebes vergleichbar.
Die Differenz kann bis zu 20 % betragen – im Einzelfall sogar noch mehr.
Dafür trägt das Zeitarbeitsunternehmen das Vermittlungsrisiko.
Kann ein Arbeitnehmer nicht vermittelt werden, darf er zu Hause bleiben.
Das Gehalt läuft trotzdem weiter.
Zeitarbeit: Vor- und Nachteile?
Für Berufsanfänger, Wiedereinsteiger und Arbeitssuchende bietet die Zeitarbeit
die Chance, beruflich Fuß zu fassen.
Sie können wertvolle Berufserfahrung sammeln und lernen unterschiedliche Firmen
und Arbeitsabläufe kennen.
Rund 30 Prozent aller Zeitarbeitnehmer bekommen irgendwann von ihrem
Entleihbetrieb eine Festanstellung angeboten.
Neben der oftmals schlechteren Bezahlung müssen Leiharbeitnehmer durch die
verschiedenen Einsatzorte ein gehöriges Maß an Flexibilität mitbringen.
Wer heute noch einen Steinwurf von seinem Zuhause eingesetzt wurde,
muss morgen eventuell schon 30 Kilometer pendeln.
Der Wunsch nach einem nahe zum Wohnort gelegenen Arbeitsplatz,
die Bereitschaft zu einer gewissen Fahrtstrecke oder auch
die Möglichkeit zur Schichtarbeit werden jedoch in jedem
Gespräch individuell abgesprochen.
